16. Juli 2010
Ausbildungsgehalt: Dem Aufwand angemessen
 

Im Schnitt verdienen Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr 478 Euro netto – „zu wenig“, sagen 67 Prozent der Lehrlinge dazu. Für die Unzufriedenheit ist jedoch nicht die reine Vergütungshöhe ausschlaggebend. Viele der jungen Leute fühlen sich unterbezahlt, weil sie schon während ihrer Ausbildung als vollwertige Fachkraft eingesetzt werden und entsprechende Überstunden leisten. Umgekehrt begnügen sich Auszubildende mit einem eher mageren Gehalt, wenn sie dafür eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Dies sind zentrale Ergebnisse der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) durchgeführten Studie „Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden“, für die rund 6.000 Auszubildende aus dem zweiten Ausbildungsjahr in 15 stark besetzten Ausbildungsberufen befragt.

Rund ein Viertel (27 Prozent) der Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr geht regelmäßig einer bezahlten Nebentätigkeit nach. Etwa jede/-r Vierte von ihnen jobbt, weil ansonsten das Geld für die Grundversorgung (zum Beispiel Miete und Lebensmittel) nicht ausreichen würde. 38 Prozent der Jugendlichen, die einer Nebentätigkeit nachgehen, benötigen den Zusatzverdienst nach eigenen Angaben sowohl für ihre Grundversorgung als auch zur Finanzierung zusätzlicher individueller Wünsche. 35 Prozent finanzieren mit dem zusätzlichen Geld ausschließlich individuelle Wünsche.

Im Durchschnitt jobben die Jugendlichen zusätzlich zu ihrer Ausbildung 9,2 Stunden pro Woche. Dabei variiert der zeitliche Umfang für die Nebenjobs allerdings beträchtlich: Für rund 38 Prozent hält er sich mit wöchentlich bis zu fünf Stunden noch in Grenzen. Doch bei 15 Prozent der Jugendlichen ist der Nebenjob mit mehr als 15 Stunden pro Woche mit einem beträchtlichen Zeitaufwand verbunden.

Nebenjobs können für Auszubildende durchaus positive Effekte haben. Sie bieten den Jugendlichen zum Beispiel die Chance, ihre erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten auch in anderen beruflichen Umgebungen einzusetzen. Dies darf jedoch nicht zu einer Gefährdung des Ausbildungserfolgs oder gar zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit der Jugendlichen – aufgrund von fehlenden Erholungszeiten – führen.

Weitergehende Informationen enthält der neue BIBB REPORT, Heft 14/10 zum Thema „Geld spielt eine Rolle! Sind Auszubildende mit ihrer Vergütung zufrieden?“. Die Ausgabe kann im Internetangebot des BIBB kostenlos unter www.bibb.de/bibbreport heruntergeladen werden.